Trauern

Diese Form der Trauerbegleitung richtet sich an Menschen, die sich selbst als stabile Persönlichkeiten bezeichnen würden und die keine Angst vor eigenen emotionalen Schwankungen haben.

Meine Sicht auf die Trauer

Trauer ist in erster Linie ein Gefühl, und an Gefühle ist es oft schwer ranzukommen. Wenn wir die Trauer im Inneren zulassen, spüren wir ihre ganze Wucht, die uns ermatten lässt, doch das Gefühl zu äußern fällt uns nicht leicht. Im Alltag müssen wir tausende Rollen erfüllen, müssen funktionieren, müssen motiviert und voller Tatendrang erscheinen. Für Gefühle ist hier wenig Platz.

Der Druck zu guter Laune

In unserer Welt, in der Alle um uns herum auf den Selfies gute Laune zu scheinen haben, ist es schwierig Trauer zu zeigen. Das Lächeln von den Werbeplakaten und den Urlaubsfotos der Freunde auf Instagram und Whatsapp erzeugt den Druck, auch nach dem Verlust eines geliebten Menschen, möglichst schnell wieder gute Stimmung zu zeigen.
In unserer männerdominierten Welt wird das Zeigen der Trauer zudem oft mit Schwäche assoziiert. Männern fällt es entsprechend schwerer, vor Anderen ihre Gefühle zu zeigen. Statt also die Verarbeitung der Trauer durch das Zugestehen der Gefühle zu fördern, führt Vieles in unserer Gesellschaft zur persönlichen Verdrängung der Trauer.
Verdrängte, nicht verarbeitete Trauer verschwindet aber nicht aus unserem Leben, sondern arbeitet in der Tiefe unserer Psyche weiter, erzeugt geistige und körperliche Gebrechen. Diese Gebrechen sind wir aber nicht im Stande zu heilen, solange wir die tief liegende Trauer als deren Ursache nicht wieder an die Oberfläche holen.

Trauer schmerzt und das ist gut so

Wenn wir um einen geliebten Verstorbenen trauern, dann ist es nur gut und natürlich und sollte nicht etwas sein, was wir überwinden wollen. Problematisch wird die Trauer, wenn wir die Gegenwart ohne den geliebten Menschen nicht akzeptieren können. Hierfür kann es natürlich viele Gründe geben. Manchmal sind unsere Beziehungen zu anderen Menschen so stark und so sinnstiftend, dass wir uns fast ausschließlich über die Beziehung definieren. Stirbt der geliebte Mensch, fühlen wir uns der Existenzgrundlage beraubt. In anderen Fällen halten wir an Erinnerungen fest, weil wir Angst haben, wir würden den geliebten Menschen verraten, wenn wir nicht mehr an ihn denken.
Die Trauer schmerzt nicht nur, wenn wir den Verstorbenen geliebt und verehrt haben, sie schmerzt auch, wenn wir etwas verpasst haben. Vielleicht haben wir es verpasst, Danke zu sagen, oder um Verzeihung zu bitten, oder zu verzeihen. Egal für was wir den Verstorbenen im Nachhinein schätzen, oft müssen wir zugestehen, dass die Beziehungen an der einen oder anderen Stelle konfliktreich war und wir es nicht vermochten, die Konflikte anzusprechen, geschweige zu lösen. Und wenn der Konflikt-Partner einmal weg ist, ist die Möglichkeit, etwas zu klären und wieder gut zu machen für immer weg und wir müssen die bestandenen Konflikte mit und in uns selbst lösen.

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